Francoise Wartmann
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Post #12 of 12

Hallo zusammen

Auch ich bin dieses Jahr beim NYC gestartet. Da ich meine gesamte Familie dabei hatte, mit Albis Reisen. Die sorgen sich genial um die Renner und Fans.

immer Richtung Westen habe ich mit Jetlag zu kämpfen, so reisten wir schon am Donnerstag hin. Wir waren voll in Down Town Times Square Hotel Marriot Marquise. Tolle Zimmer, mit eigener Kaffeemaschine. Gefrühstückt haben wir nie im Hotel, viel spannender und besser ;-) Am Samstag gab es um 6.30 (mir def zu früh) ein kurzes Footing zum Cetral Park, dort konnten wir schon mal das Ziel bewundern. Danach hiess es Startnummer abholen. Diese Organisation ist einfach super. Nirgends ein anstehen und das bei über 50´000 Läufer. Auch die Running-Expo lässt sich sehe. Tolle Rennkleider oder Souvenirs von TCS NYC. An der Kasse flippen die Leute immer aus, wenn jemand von einem Land ansteht, welches Outsider USA ist. Bei mir klatschten alle und das Glockengebimmel werde ich noch lange in den Ohren haben, das ich ein SWISS-Girl bin.

am Sonntag hiess es bei mir, Abfahrt um 6.20. da ich in wave4 Core b Blue war, eine späte Starterin. Unser Bus fuhr hinten rum, nicht über die Verrazano Bridge. Meine Blue Wating Raum war echt toll, 1500 ToiToi und tausende von Renner. Ich war alleine, schwafelte aber bei jedem anstehen mit den Leuten. Nehmt kein Buch mit oder verschanz euch hinter dem Handy. Redet mit den Leuten, geniesst die warte Zeit sie ist nicht schlimm. Es gibt guten Cafe von Dunat Donkin, Wasser aus der Flasche, Bananen einfach toll. Wichtig: obwohl wir schönstes Wetter hatten, der Wind ist so kalt. Ich hatte Skihose und skijacken an um nicht zu frieren. Die Kleider lässt man dann dort, diese werden den Homelees abgegeben

ja um 11.00 war mein Start. Da ich bei den blauen war, dufte ich über die Verranzano Bridge rennen, mit Blick auf den Meer. Einfach mega. Es wurde penibel darauf geachtet dass niemand von der Brücke pis.... sonst droht eine Disqualifikation! Und Tipp ja nicht schnell starten, die zweite Hälfte ist um einiges schwerer. Durch Brooklyn wird man getragen, die Amins sind Weltmeister im anfeuern. Obwohl ich Musik hörte und das schon zwei Stufen höher  in der Lautstärke als normal, hörte ich teilweise nichts. So laut waren die Anfeuerungen. Zu trinken gabs ab km5 alle Meile, zuerst immer das Dextro, danach Wasser. Bei Queens gings auf die zweite Brücke bevor es zur gefürchteten Queensboro Bridge ging. Die Länge und immer rauf, das ca, 3/4 schon lief kostete enorm Kraft. Aber auch hier ,die Aussicht auf Down Town genial. Die ganz Verrückten sprangen zum Gelände und schossen Selfis von sich .. die 1st Avenue rauf Richtung Bronx, da tobt das Volk. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Menschen gesehen. Albus Reise hatte bei km30 einen Fans Stand mit Coca Cola zum trinken. Wow war das gut. Meine Familie fante wie verrückt, das gab mir mega Kraft. Die Drehung in der Bronx, nochmals mit zwei Brücken, ging ja dann auf der 5th Avenue wird zurück. Alle meine Fans inkl. Albis reisen warteten dann bei km 36 nochmals auf mich. Tja danach zuerst parallel zum Central Park und bei km 38 in den Park. Glaubt dann ja nicht ihr habt es geschafft, es zieht sich. Beim Schild km40 begann ich glaub das erste mal zu fluchen. Zum Glück hörte zu diesem Zeitpunkt Otto und sang alle ´Hänsel&GretelĖ‹ Stücke laut mit. Im Ziel meinte ein Läufer aus Californiern, er habe noch nie jemand so laut und falsch Singen gehört. Er musste darüber grinsen und kam wie ich, lächelnd ins Ziel. Ja Ziele erreicht und diese schwere Medalie umgehängt bekommen. Alle klatsche einem ab, es gibt ein Sack mit feinem Essen, mein Apfel musste sofort daran glauben, so fein. Sie halfen einem die Folie rumhängen und ich erhielt noch einen Poncho. Dieser muss man im Vorfeld angeben,dafür werden keine Kleider transportiert. Ist ok da meine Familie da war und mit einem Poncho kommt man auch sehr schnell wieder aus dem Park raus.

mein Fazit, der Marathon ist mega, aber sehr streng. Da es mein zweiter war, ging es gut, aber meine angepeilte Zeit von 4.30 verfehlter ich mit 5.18 klar. Nur, mir ist die Zeit nie solange vorgekommen. Meine Ziel war, den Lauf beenden, Freude haben und einfach geniessen und das tat ich.

Martin Hess
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Post #12 of 12

Ich kanns wirklich nur empfehlen! 2020 ist übrigens die 50te Austragung!

Hansruedi Nyffenegger
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Post #219 of 219

Super schöner Bericht Martin!

Macht richtig Lust dort auch mal zu starten. Scheint ja top organisiert. Und die Begeisterung der Amis für Sport ist ja bekannt. Gelegentlich finde ich es wirklich schön, wenn mit der ganz grossen Kelle angerichtet wird. 

Und natürlich noch emotionaler dank deinem Antrag. :-)  Zu eurem gemeinsamen Marathonlauf (oder Ultra?) durch das Leben wünsche ich euch alles Gute. Durchbeissen und nicht aufgeben gehört auch da dazu.... ;-) Und wie unser Lauffreund Sinatra singt: If I can make it there I'll make it everywhere 

HR

PS: Ja habe es mir angeschaut. Aber ich arbeite aus gerechnet in der Woche vorher und in der Woche nachher voll durch. Geht leider wirklich absolut nicht. Und das beste wäre gewesen: ich werde nächstes Jahr auch 5... naja,,, sagen wir 30  ;-)

 

Martin Hess
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Post #11 of 12

„Ich lief noch niemals in New York“ sang schon Udo Jürgens in seinem gleichnamigen Hit. Dasselbe galt auch für mich; meine Wettkämpfe beschränkten sich bisher auf die Schweiz und Spanien. Doch während den Laufferien in Spanien wurde der Traum vom New York Marathon geweckt – und letzte Woche ging es dann endlich los!

Wir reisten am Donnerstag mit der Gruppe von Markus Ryffel‘s an; unser Hotel lag in der unmittelbaren Nähe des Central Parks und somit auch des Ziels des Marathons. Am Freitag besichtigten wir den Zielbereich, am Samstag stand ein gemütlicher Jogging-Ausflug nach Roosevelt Island sowie eine Stadtrundfahrt auf dem Programm.

Und dann kam der grosse Tag! Um 04:45 Uhr gabs ein Läufer-Frühstück im Hotel mit Pasta, Brot, Müesli und so weiter, und dank der Zeitumstellung auch noch eine Stunde mehr Schlaf. Um 05:30 Uhr fuhr der erste Bus dann los; mit dabei diejenigen Läufer, welche mit mir in der ersten Welle um 09:40 Uhr starten würden. Der Transfer dauerte ca. 1 Stunde; wir fuhren im Dunkeln los und konnten dann bewundern, wie der Himmel hinter den Wolkenkratzern langsam hell wurde. Auch konnten wir noch kurz vor der Sperrung über die Verrazano Bridge zum Start fahren, welcher sich direkt hinter dieser Brücke auf Staten Island befindet.

Tausende Läufer kamen mit uns an, hunderte Busse spuckten permanent Läufer und Läuferinnen aus. Damit begann das lange Warten – inzwischen war unsere erste Ryffel Gruppe auf 4 Läufer geschrumpft. Da wir aber alle in der blauen Welle (es gibt deren 3, welche die ersten Meilen getrennt voneinander absolvieren) starteten, konnten wir uns die Zeit und die Nervosität gegenseitig ein bisschen vertreiben. Um 9 Uhr mussten wir dann die Bags abgeben, welche wir im Ziel wieder erhalten würden. Da es um diese Zeit noch sehr frisch und etwas windig war, nimmt man zusätzliche Kleidung mit, welche man im Start-Bereich zurücklässt. Bei mir waren das eine Trainerhose sowie 3 Pullis. Diese Kleider kann man in spezielle Behälter legen; so werden diese dann nach dem Marathon Bedürftigen zur Verfügung gestellt. Toiletten sind im Startbereich in grosser Anzahl vorhanden; die Anstehzeiten beschränken sich auf wenige Minuten.

Danach erfolgt das Einstehen in die richtige Corral, also in den Bereich innerhalb der Welle. Hier wartet man wiederum ein paar Minuten und geht danach zusammen hoch zum Start am Brückenkopf. Dieser wird sehr eindrücklich zelebriert, mit DJ und Anpeitscher, Hymne, Vorbeiflug der NYPD Hubschrauber, Startschuss und „New York“ von Frank Sinatra, was wohl bei den meisten für Hühnerhaut gesorgt hat.

Im Licht der Morgensonne – wir hatten optimales Laufwetter mit stahlblauem Himmel - ging es nun also los auf die 42 Kilometer oder 26 Meilen. Trotz den tausenden Läufern konnte erstaunlicherweise schon sehr bald das eigene Lauftempo angeschlagen werden. Die ersten 1,5 Kilometer sind der ca.60m hohe Anstieg bis auf den Scheitelpunkt der Verrazano Bridge, welcher gleichzeitig auch der höchste Punkt der Marathons ist. Nach dieser Brücke kommt man als erstes in den Stadtteil Brooklyn – und sieht und hört das erste Mal die frenetischen Zuschauer, welche dicht gedrängt an der Strasse stehen, Plakate gemalt haben und die Läufer anfeuern, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. Unser Veranstalter Markus Ryffels hatte uns Shirts herstellen lassen, auf welchen auf der Vorderseite unser Name zu lesen war. Dies hatte dann zur Folge, dass ich sicher 200 Mal „Go Martin“, „Lookin‘ good Martin“ oder einfach nur „Maaartin“ hörte – ein toller Motivations-Kick, vor allem dann, als es zäh wurde.

Es lief mit sehr gut durch Brooklyn, ich sog die Energie der Zuschauer auf, verpflegte mich an den Verpflegungsposten, welche jede Meile zu finden waren. Kleines Detail: An jedem dieser Verpflegungsposten standen sicher je 50 Helfer, sodass es auch am Anfang der Strecke im noch recht dichten Läuferfeld kein Problem war, einen Wasser- oder Gatoradebecher zu erhalten.

Nach Brooklyn, wo die Strecke mehrheitlich flach ist, geht es über die Pulaski Bridge in den Stadtteil Queens. Für den Anstieg auf die Brücke, in welchem auch der Halbmarathon-Punkt ist, nahm ich das Tempo etwas zurück und versuchte, den Aufwand etwa konstant zu halten. In Queens ist die Strecke wieder mehrheitlich flach; die Zuschauer, Bands und Plakate da stehen denjenigen in Brooklyn in nichts nach: Es war eine unbeschreibliche Stimmung. Eine Ausnahme machte da das jüdische Quartier, da war es still.

Nach Queens geht es ca. 40m hoch die Queensboro Bridge hinauf. Diesen Anstieg empfand ich als recht lang. Da man hier auf der unteren Fahrbahn diese Brücke läuft, verlor meine Uhr das GPS Signal. Die Werte, welche ab dieser Stelle von der Uhr angezeigt wurden, waren für den Rest des Laufes völliger Unsinn. Zum Glück hatte ich an der Expo bei der Startnummer-Ausgabe ein Armband geholt, auf welchem die zu der gewünschten Endzeit passenden Durchgangszeiten für jede Meile angegeben waren. Ich empfehle jedem, für diesen Lauf die Zeiten pro Meile anstatt pro Kilometer zu berechnen, denn auf der Strecke sind Markierungen nur alle 5 Kilometer, aber jede Meile angebracht.

Da auf der Queensboro Bridge keine Zuschauer zugelassen sind, ist es da still, doch auf der Rampe hinunter nach Manhattan konnte man wieder in diese unglaubliche Energie eintauchen, welche die hier dichtgedrängt stehenden Zuschauer einem entgegen schleuderten. Auf dieser Rampe machten sich erstmals meine Oberschenkel etwas bemerkbar.

In Manhatten geht’s dann die 1st Avenue hinunter und hinunter und hinuuuuuunter. Insgesamt fast 6 Kilometer einfach nur geradeaus, bevor die nächste Brücke und somit der nächste Anstieg bevorstand. Via Willies Avenue Bridge gings in die Bronx, welche welliger als die anderen Stadtteile war. Es war allerdings nur ein kurzer Ausflug – über die ungewohnt flache Madison Avenue Bridge gings hinüber nach Harlem.

Inzwischen bei Meile 22 angekommen, gings die 5th Avenue in Richtung Central Park. Zwischen Harlem und dem Central Park standen ungewohnt wenige Zuschauer (also etwa so viele wie im Zielbereich bei unseren Läufen hier in der Schweiz) und meinen Gefühl nach wurden die Meilen immer länger. Die Strecke wurde immer welliger mit dem Höhepunkt im Central Park. Gottseidank standen hier wieder sehr viele Zuschauer, welche die Oberschenkel zumindest teilweise vergessen machen konnten.

Man verlässt den Central Park nochmals kurz am Columbus Drive, um dann auf der letzten Meile wieder in den Park einzubiegen. Dieser Schlussabschnitt ist ebenfalls recht wellig, sodass es nochmals „Zähne zusammenbeissen“ hiess. Im Ziel war ich sehr happy, dass ich mein Ziel um 1 Minute unterbieten konnte und den NYC Marathon in der Schlusszeit von 3:23:57 und über die Strecke gleichmässiger Pace abschliessen konnte.

Grosses Kino auch im Ziel: Hunderte Helfer gratulieren, gaben Wärmefolie und Medaille ab, machen Fotos und halfen da, wo Hilfe benötigt wurde.

Dann begann das etwas mühsame Gehen zu den UPS Lastwagen, wo die Bags wieder in Empfang genommen wurden. Man merkt nicht nur die 42 Kilometer, sondern auch die zurückgelegten 400 Höhenmeter. Das zieht sich, man geht da schnell nochmals einen Kilometer und ist dann froh, wenn man genug warme Kleidung im Bag hat.

Das zweite Highlight an diesem Tag war, dass meine jetzige Ex-Freundin ja gesagt hat, als ich im Ziel vor ihr auf die Knie ging. Über das anschliessende Aufstehen breiten wir aber den Mantel des Schweigens aus.

Zurückblickend bleibt die Erinnerung an die unglaublichen Zuschauer und deren Stimmung, die perfekte Organisation mit den über 12000 Helfern, die tolle, aber auch herausfordernde Strecke. Dass der ganze Anlass sehr kommerziell, gross und amerikanisch ist, hat mich nicht gestört. Ich kann jedem empfehlen, einmal in New York zu laufen!

Ach ja, gemäss Udo Jürgens sollte es nun ja nach Hawaii gehen. Neben dem Ironman könnte man auch den Honolulu Marathon im Dezember laufen, denn ich singe jetzt ja: „Ich lief schon einmal in New York“.