Hansruedi Nyffenegger
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Post #186 of 186

Hoi Tinu

Ja der 55. ist ein Grund. Viele machen hier nur den 10 km Lauf. Aber der HM ist definitiv schöner! Aber es gibt sich schon mal. Und sonst mal zusammen um den Bielersee oder den Hunderter oder so....

Hansrüedu

Martin Dummermuth
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Post #8 of 8

Hallo Hansruedi

Ja, ich habe schon von anderen Läufer erfahren, dass dieser Lauf auch von der Stimmung her ganz speziell sein soll. Wenn ich das richtig sehe, findet dieser Lauf allerdings am 01.September statt. Das wäre dann nur eine Woche vor dem Jungfraumarathon, was ich vom Zeitpunkt her als zu nah empfinde. Zudem feiere ich an diesem Tag meinen 55. Geburtstag! Also werde ich da wohl kaum meine Laufschuhe schnüren.....smile. 

Vielleicht ein ander Mal, falls mir der Jungfraumarathon total ablöschen sollte.......irgendwie reizt es mich schon mal in deine (Wahl)-Heimat zu kommen, nachdem du jetzt schon dreimal ins Seeland gekommen bist....smile

E liebe Gruess

Tinu

  

 

 

 

Hansruedi Nyffenegger
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Post #185 of 186

Herzliche Gratulation zu einer super Platzierung und natürlich auch zu dem interessanten Laufbericht. Ich bin wirklich kein Bergläufer. Aber auch hier: die Schilderung macht Lust...

Ich wünsche dir gute Erholung und einen guten Lauf im Training auf den Jungfrau Marathon. Vielleicht willst du ja noch in Sarnen als Vorbereitung starten, das machen viele. Würde mich freuen...

Liebe Grüsse

Hansruedi

Martin Dummermuth
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Post #7 of 8

Nach der ebenso trickigen wie schönen Umrundung des Riederhorns führte nun die Strecke wiederum zur Riederfurka zum nächsten Verppflegungsposten bei 14,2 km direkt vor einer nächsten steilen Rampe zur Hohlueh hinauf. Der ideale Zeitpunkt um sich einen zweiten Gel zu genehmigen, den ich überraschend problemlos einnehmen konnte. Überhaupt spürte ich gerade hier noch viel mehr Kraft als in den letzten beiden Jahren. Dies war sicherlich auch etwas auf das gemächlichere Tempo rund ums Riederhorn aber insbesondere auch auf den Trainingsplan von RC zurückzuführen. Dank diesen abwechslungsreichen Einheiten bin ich zum Beispiel in diesem Jahr bis jetzt auch absolut verletzungsfrei geblieben. Etwas was mir in den Jahren zuvor ohne RC nie gelang. So mangelhaft der Laufrechner bei RC bei Bergläufen noch ist, so top ist er bei der Vorbereitung!

Diese zusätzliche Kraft half mir auch sofort wieder zu laufen wenn die Strecke auch nur für einige Meter wieder flacher wurde. Dazu konnte ich mich in den vorherigen beiden Läufen mangels Kraft nie mehr ganz aufrappeln und ich marschierte dadurch viel längere Strecken durch. 

Nach der Hohflueh wurde es dann mal wieder für eine kurze Zeit flacher und der grosse Aletschgletscher erschien im Blickfeld. Und das war wieder so ein magischer Moment...Glücksgefühle, Stolz, Zufriedenheit, du bringst das Lächeln fast nicht mehr aus dem Gesicht raus......aber auch Dankbarkeit dies erleben zu dürfen.....diese löste zusätzliche Energie aus wobei auf der anderen Seite gleichzeitig für mich die Laufzeit ganz in den Hintergrund gedrängt und völlig unwichtig wurde. 

Vor einer nächsten steilen Rampe kurz vor der Moosflueh unterstützte mich meine Frau bereits das dritte Mal während dem Lauf und reichte mir zwei neue Softflasks. Mittlerweile hatte sie auch Verstärkung von meinem Sohn erhalten, der sich nicht zu schade war auch noch auf die Bettmeralp zu kommen, obschon er noch am gleichen Abend nach Chur ins Militär einrücken musste! Und da war auch wieder mein Bruder der mich unermüdlich den Aufstieg hinauf begleitete und mich immer wieder anfeuerte. Ich war total in einem emotionalen Hoch und nahm nach der Moosflueh bei km 18 voller Elan eine leichte Abwärtspassage bis zu den letzten brutal steilen 2 km in Angriff. 

Es ist eine wunderschöne Strecke......an kleinen Tümpeln vorbei......immer wieder Blicke auf den Aletschgletcher....leicht zu laufen da abwärts......einfach ein Traum....wohl für 99 Prozent der Läufer! Leider gehöre ich zum restlichen Prozent. Für mich ist es eine Alptraumpassage..........auch dieses Jahr wieder, trotz besten Voraussetzungen. An der Moosflueh lief ich doch noch so locker und absolut beschwerdefrei und dachte schon, dass ich dieses Jahr meine.......................................und da zwickte es schon wieder an der Wade.......nein......meine Wadenkrämpfe meldeten sich auch dieses Mal fast auf den Meter wieder am selben Ort wie in den vorherigen Jahren......sofort stoppte ich meinen Lauf und konnte nur noch ganz langsam und vorsichtig weitergehen. Das darf doch nicht wahr sein......wie aus dem Nichts erneut die gleichen Beschwerden! Gut, zumindest etwas abgeschwächter. Ein richtiger, schmerzhafter Wadenkrampf der mich zum Abliegen und Pausieren zwang wie im ersten Jahr oder nur zum Pausieren wie im zweiten Jahr brach nicht aus. Aber ab sofort war ich sehr stark eingebremst. Nach einigen Metern konnte ich zuerst noch die Abwärtspassage ganz langsam zu Ende laufen aber immer im Ungewissen, ob nicht bald wieder ein Krampf auftreten würde!

Hier wäre ich für eure Tipps sehr dankbar! Habt ihr schon ähnliche Erlebnisse gehabt? Wie habt ihr es überwunden? Magnesiummangel kann es fast nicht sein. Ganz offenbar habe ich einfach Mühe, wenn nach einer langen Aufwärtsstrecke ein Abstieg erfolgt.......bin da mal gespannt auf eure Erfahrungen!

Nun kamen die letzten zwei Kilometer. Und das sind echt die Mühsamsten. Seeehr steil und man sieht einfach nur Berg vor sich. Kein Panorama und nichts.......Zudem lief ich wie auf rohen Eiern....immer wieder zwickte es etwas, aber ich konnte es unter Kontrolle halten. Als es einmal für 50 Meter flach wurde, versuchte ich wieder zu laufen.......aber ich spürte schon im ersten Ansatz dazu, dass dies jetzt unweigerlich zu einem Wadenkrampf führen würde. Das war das Schwierigste: Zu spüren, dass es eigentlich schneller gehen könnte, aber die Wadenmuskulatur einfach nicht mehr mitspielte. Aber ich erinnerte mich sofort auch wieder an meine Glücksmomente während dem Lauf und das Ganze relativierte sich augenblicklich wieder!

Das Bettmerhorn kam immer näher, die Zuschauer wurden immer häufiger und die Anfeuerungsrufe immer lauter. Nur die Strecke blieb immer gleich steil.........aber die letzten paar hundert Meter wurde man richtiggehend hinaufgepeitscht. Die Menschenmenge stand Spalier und ich genoss einen erneuten Glücksmoment. Die letzten Meter wäre ich gerne noch durchs Ziel gerannt aber es ging schlichtweg nicht mehr, also schritt ich trotzdem glücklich durchs Ziel!

So chaotisch es am Start war, desto vorbildlicher war es im Ziel. Sofort erhält man eine Wetterschutzfolie (dieses Jahr nicht ganz so wichtig) und die Verpflegung ist sehr reichhaltig und hochwertig!

Ich genoss die Aussicht inmitten lauter glücklichen LäuferInnen. Allen war diese grosse Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben etwas Grandioses erlebt zu haben. Einen wunderschönen Lauf bei Prachtswetter in einer tollen Ambiance. Es war echt kitschig und mir kamen Tränen.

Und um dem Ganzen noch einen Draufzusetzen: Als ich Richtung Bettmerhornbahn lief, da traf ich doch tatsächlich wieder meinen Bruder an.....er war die ganze Strecke nachgelaufen, weil es ihn so gepackt hätte......und irgendwie sei er auf den Geschmack gekommen auch mal wieder einen solchen Lauf zu absolvieren. Das sagt wohl schon alles aus......

Nun war auch der Zeitpunkt gekommen mal auf die Uhr zu schauen: 2:45:00; mehr als 6 Minuten schneller als das letzte Jahr! In der Overall Männer habei ich es in die erste Hälfte und in der AK 55+ habe ich es sogar ganz knapp in das erste Drittel geschafft....und dies nachdem ich erst mit 50 zu Laufen begonnen habe. Auch wenn die Zeit bei solchen Bergläufen nicht alles ist, schlussendlich bin ich trotzdem stolz darauf! Aber und das erachte ich als das Wichtigste: Auch mit einer langsameren Zeit wäre es ein tolles Erlebnis gewesen!