Nicole Funke
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Post #9 of 9

Ursprünglich war mein Ziel dieses Jahr meinen ersten Marathon zu finishen und mal zu schauen, ob die langen Distanzen mir überhaupt Spaß machen.

Es hat Spaß gemacht und vor allem Lust auf mehr! Also habe ich mich, ohne lang zu überlegen, für den Ultra beim Bottroper Herbstwaldlauf angemeldet.

Der Bottroper Herbstwaldlauf hat bereits eine lange Geschichte. Erstmals ausgetragen im Jahr 1973, befindet sich heute Start und Ziel auf dem alten Betriebsgelände des Bergwerks    Prosper – Haniel. Das Gelände ist soweit klein und unscheinbar. Im Hintergrund versprüht der alte Förderturm des Bergwerks den Charm des alten Ruhrgebiets. Laut Veranstalter ist der 50Km Jürgen – Liebert – Ultra, der einzige Ultra, der im Ruhrgebiet gelaufen werden kann. Der Rundkurs verläuft durch ein Naturschutzgebiet und um den Heidesee herum und ist mit 270Hm relativ flach.

In diesem Jahr wurden auch ein 6,5Km, 10Km und ein 25Km Lauf angeboten. Bei dem Ultra musste die 25Km Runde zweimal gelaufen werden.

Um 9:00 war der Start für den Ultra und auf dem Gelände war noch recht wenig los. Es waren aber auch nur 101 Starter für den Ultra gemeldet, von denen später 86 ins Ziel kamen. Die restlichen 1300 Starter verteilten sich auf die anderen Läufe, die später starteten. Das Wetter war mit frischen 9 Grad perfekt. Ein kurzes Aufwärmen, dann habe ich mich hinten ins Starterfeld eingereiht. Vor dem Startschuss wurde selbstverständlich noch das Steigerlied von einer Blaskapelle gespielt und dann ging es endlich los.

Ich hatte mir eine Zielzeit von 5:23 Stunden vorgenommen, wenn alles 100% perfekt läuft. Allerdings war der Lauf auch mein erster Ultra, deshalb war das Hauptziel: gutgelaunt ins Ziel kommen.

Ich fand recht schnell zwei weitere Läufer, die das gleiche Tempo hatten und so gingen die ersten 30 Km ziemlich schnell vorbei. Als es für uns auf die zweite Runde ging, kamen uns die 25Km Läufer entgegen, die Richtung Ziel liefen. Alle haben sich nochmal gegenseitig angefeuert und es kam richtig Stimmung auf. Danach waren nur noch sehr wenige Läufer der Strecke. An den Verpflegungsstellen gab es von Wasser über Cola, Nüsse etc. wirklich alles und die Helfer haben uns kräftig angefeuert. Bei Km 30 konnten wir dann zu einer Läuferin aus meiner Altersklasse aufschließen. Ich wusste, dass es vier Starterinnen in meiner Altersklasse gab. Das hieß also, ich konnte noch Dritte werden. Kurz nochmal in mich hineinhören und dann beschloss ich, mich an der nächsten Verpflegungsstelle abzusetzen. Nach 12 einsamen Kilometern habe ich dann endlich eine weitere Gruppe am Horizont gesehen und war erleichtert, nicht mehr allein laufen zu müssen. Wir haben noch ein wenig gequatscht und uns gegenseitig motiviert. Auf den letzten 3 Km sind wir dann aber alle etwas eingebrochen und es wurden auch mal kurze Gehpausen eingelegt. Gegen Ende trennten sich unsere Wege. Einen habe ich zurückgelassen und einen musste ich ziehen lassen.

Nach 5:20 Std war ich dann glücklich im Ziel. Damit habe ich nicht nur mein Ziel, den ersten Ultra zu finishen, sondern auch meine anvisierte Zielzeit unterboten. Mit Platz 2 in meiner Altersklasse und dem 61. Platz in der Gesamtwertung bin ich mehr als zufrieden.

Der Ultra in Bottrop ist ein kleiner und landschaftlich sehr schöner Lauf. Wer nicht die große Zuschauermenge braucht und dafür lieber durchs Grüne läuft, dem kann ich den Lauf nur empfehlen.

Ob es ein nächstes Mal geben wird?  Definitiv!